VCA Geschichte

Vor der Toprunde: Lernen, Steigern und die Großen ärgern

Elf Pflichtspiele hat der VCA Amstetten NÖ in der ersten Phase der DenizBank AG Volley League Men 2020/21 und im Cup schon hinter sich gebracht. Den Mostviertlern gelang der Einzug in die Toprunde der vier besten Teams Österreich in der Liga und auch im Cup der Sprung ins Semifinale. Damit erfüllte die Mannschaft von Sportdirektor Michael Henschke die ersten Aufgaben der Saison.

Am Sonntag beginnt die Toprunde, gleich zum Auftakt wartet ein schweres Auswärtsspiel beim aktuellen Meister Aich/Dob, der wie Graz und Waldviertel nun auch ins Ligageschehen eingreift. Die Amstettner hingegen mussten sich ihren Weg unter die besten vier Teams des Landes hart erkämpften. Sieben Siege und drei Niederlagen waren die Bilanz, zweimal war es der fünfte Satz, der zu Gunsten des Gegners des VCA entschied, sonst wäre das Ergebnis noch besser für die Mostviertler gewesen.

Schon eine Runde vor der Ligateilung standen die Niederösterreicher als Aufsteiger in die Topgruppe fest. Ein klares 3-0 gegen die überraschend starke und junge Mannschaft von TJ Sokol V aus Wien sorgte für die Entscheidung. Vor allem die Offensive war die Trumpfkarte der Amstettner im ersten Saisonteil.

Neuzugang Eduardo Romay war mit 208 Punkten der gefährlichste Angreifer in der ersten Phase und auch die Umschulung von Fabian Kriener, bis im letzten Jahr noch Aufspieler und seit diesem Jahr Außenangreifer, hat seine Früchte getragen. Der „verlorene Sohn“, der im Sommer nach Amstetten zurückkehrte war der fünfteffektivste Scorer der Liga und somit der stärkste Außenangreifer hinter vier Diagonalspielern in der ersten Phase des Grunddurchgangs.

Mit Sportdirektor Michael Henschke ziehen wir eine erste Zwischenbilanz:

Herr Henschke, wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf Ihrer Mannschaft zufrieden?

Mit der Platzierung nach den Grunddurchgang und dem Einzug ins Cup-Halbfinale können wir sehr zufrieden sein. Das haben wir aber von unserem Team auch erwartet. Abgerechnet wird aber erst zum Saisonende.

Wie herausfordernd waren die letzten Monate, insbesondere mit den aufgetretenen Covid-Fällen im Team als auch den Einschränkungen im Spielbetrieb wie Geisterspielen?

Für den gesamten Spitzensport in Österreich ist es bestimmt zurzeit nicht einfach. Wir haben aber nie gejammert und uns der Situation gestellt, versucht das Beste daraus zu machen. Natürlich waren die sieben Fälle nicht gerade optimal. Wir sind froh, dass wir spielen können und man muss die Situation so nehmen, wie sie kommt.

Es wartet nun die Toprunde, mit den stärksten Teams Österreichs. Welche Erwartungen haben Sie für die nächsten sechs Spiele?

Wenn wir da mithalten wollen müssen wir uns spielerisch steigern. Waldviertel, Graz und Aich /Dob sind die besten Mannschaften Österreich, das sagt eigentlich schon alles!

Aber wir wollen in den nächsten Jahren bei den Spielen gegen diese Mannschaften und im Hinblick auf die Meisterschaft ein Wörtchen mitreden. In ein zwei Jahren wollen wir gegen die Topclubs ein Wörtchen mitreden. Jetzt schauen wir mal von Spiel zu Spiel und versuchen viel zu lernen von diesen Vereinen.

Vor der Saison haben sie das Jahr als zukunftsweisend für den VCA gesehen. Ist der Verein nun auf dem richtigen Weg?

Wir haben erste Schritte getätigt um das Umfeld zu verbessern. Es gibt einen fixen Co-Trainer mit Srdjan Vracaric sowie eine zweite Masseurin. Auch haben wir uns in der Spielanalyse verbessert. Unser Team besteht aus guten heimischen Spielern und in der Kombination mit den Legionären können wir eine hohe Trainingsqualität garantieren.

Damit haben wir die ersten Schritte gesetzt, aber um auf das Niveau von Meister Aich/Dob oder Waldviertel zu kommen, braucht es sicher noch einige Zeit. Trotzdem haben wir uns vorgenommen, sie in der Toprunde ein bisschen zu ärgern.

Die ersten Zielvorgaben der Saison sind erfüllt, welche neuen Zielvorgaben warten noch auf Ihre Mannschaft bis zum Saisonende?

Wir wollen jetzt einfach gute Matches abliefern. Vor allem unsere jungen Spieler sollen viel Lernen und sich entwickeln. Wenn ich nach der Saison sagen kann, dass sie einen Schritt gemacht haben, dann haben wir in diesem Jahr alles richtig gemacht.

Mit Tobi Winter, Fabi Kriener und Philip Ichovski hat der VCA auch sehr erfahrende Spieler in der Mannschaft. Wie wichtig sind sie für die jungen Spieler?

Sie sind große Vorbilder. Bei Fabi habe ich das Gefühl, als wäre er nie weg gewesen und er ist ein richtiger Leader. Ichi ist so ein bisschen eine Vaterfigur im Kader, er hilft den jungen Spielern in jedem Training. Tobi ist ein absoluter Glücksfall gewesen. Er ist ein Verrückter, im positiven Sinne. Ein Spieler, der immer gewinnen will und auch in den Trainings alles gibt. Von der Einstellung dieser drei erfahrenen Spieler kann sich jeder aufstrebende Volleyballer eine Scheibe abschneiden.

Mit dem Peruaner Eduardo Romay haben sie ein echten Topscorer in ihrer Mannschaft, welchen Eindruck hat er in Amstetten hinterlassen.

Er ist ein Spieler, der sehr gut zu uns passt. Bis jetzt hat er mir große Freude gemacht. Die Toprunde mit den starken Gegnern, aber auch gleichzeitig den starken Blockspielern wird zeigen, welche Qualität er wirklich hat.